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Amtsniederlegung - André Töws - EF Köln

Juli 2026

Stellungnahme von André Töws:

 

Liebe Geschwister,

hiermit möchte ich Euch mitteilen, dass ich mein Amt als Pastor der Evangelischen Freikirche Köln am 15.07.2026 in der Mitgliederversammlung niedergelegt habe. Dies haben die Pastoren und ich gemeinsam als notwendigen Schritt erkannt.
Was sind die Gründe dafür?

Ich muss feststellen, dass ich in den letzten Jahren meiner Familie nicht gut vorgestanden bin, obwohl das eine Grundvoraussetzung für den Dienst eines Pastors ist.

Die Vernachlässigung meiner Ehe und Familie ist die Folge eines tieferliegenden Problems in meinem Herzen: Ich habe mir eingebildet, jemand zu sein. Die Anerkennung durch den Dienst war mir wichtiger als die Nöte meiner Familie. Der ganze zwischenzeitliche Hype um meine Person hat das Problem aufgezeigt und zugleich verschärft.

Ich war durch das viele Lob und durch meine Stellung sehr davon überzeugt, jemand zu sein, der den Durchblick hat und ein geistliches Vorbild ist. Das hat mich blind gemacht für meine geistliche Not.

Diese Blindheit hat sich darin gezeigt, dass ich auch noch in den letzten zwei Jahren Vorträge über Ehe gehalten und über die Verantwortung des Mannes gesprochen habe. Ich habe zu schnell gemeint, Dinge erkannt zu haben, ohne sie in der notwendigen Tiefe erkannt zu haben, denn echte Erkenntnis würde Veränderung mit sich ziehen.

Ich steige aus, weil es vor Gott der richtige Schritt ist. Gott hat mich durch sein Wort verstärkt dorthin geführt. Und ja, er hat auch die anderen Pastoren gebraucht, um mir die Notwendigkeit eines Ausstiegs vor Augen zu führen. Als Pastor hat man eine besonders große Verantwortung und ist an die Qualifikationsmerkmale von 1. Tim. 3,1-7 gebunden. Dieser Verantwortung bin ich über Jahre nicht gerecht geworden. Dafür bitte ich bei Gott, bei meiner Familie und bei der Gemeinde um Vergebung.

Vielleicht stellen sich einige von euch die Frage, ob das ein endgültiger oder vorübergehender Ausstieg ist? Ich möchte mich aktuell nicht darauf konzentrieren, bald wieder einzusteigen. Der Wiedereinstieg in das Amt wäre auch das falsche Motiv für Veränderung. Vielmehr möchte ich mich darauf konzentrieren, vor Gott zu leben und ein Mann zu werden, der Jesus über alles liebt und nur ihm gefallen möchte. Ein solcher Mann würde dann auch seiner Familie gut vorstehen und für sie sorgen. Natürlich möchte ich auch in Zukunft der Gemeinde dienen und meine Gaben einsetzen, aber wann und in welcher Form entscheidet Gott.

Wie geht das Leben für uns als Familie weiter? Ich werde mir in den nächsten Monaten einen neuen Job suchen. Unser geistliches Zuhause sehen wir aber definitiv weiterhin in der Evangelischen Freikirche Köln. Wir glauben, dass für unsere Situation keine Gemeinde besser geeignet wäre, als unsere Heimat- und Lieblingsgemeinde.

Auch wenn die nächsten Wochen und Monate sicherlich nicht einfach werden, haben wir als Familie viel Hoffnung. Unsere Hoffnung ist eine Person: Jesus Christus. Er vergibt die Schuld, heilt Wunden und verändert Herzen. Wir sind davon überzeugt, dass er auch aus dieser Situation etwas Gutes machen wird.

Abschließend möchte ich mich bei euch allen bedanken. Ich danke euch für eure Liebe, eure Unterstützung und euer Gebet. Gerne könnt ihr auch weiterhin für uns als Familie beten.

Euer André

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